Kraft und Ausdauer sind entscheidend Bundesweiter Rehatag |
Wenn die Klinik am bundesweiten Rehatag einen Aktionstag (22. September 2012, 11.00 bis 14.00 Uhr) veranstaltet, dann stehen die Themen Kraft und Ausdauer im Mittelpunkt der vielen Angebote, die den Besucher zum Ausprobieren einladen
„Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fitness, neue Aspekte sind zu bedenken. Dann stehen nicht mehr die Schnelligkeit, sondern Kraft und Ausdauer stärker im Mittelpunkt“, sagt Chefarzt Dr. Daniel Bücheler. In seiner Rehaklinik am Berger See erhalten Patienten mit orthopädischen Erkrankungen maßgeschneiderte, individuelle Behandlungen, um sie wieder fit für den Alltag zu machen. Aber wie können valide Aussagen zu Kraft und Ausdauer getroffen werden? Dr. Bücheler: „Die vom Muskel aufgebrachte Kraft ist messbar. Mit Hilfe der isometrischen Kraftmessung können wir Aussagen über mögliche Kraft- als auch Bewegungsdefizite verschiedener Muskelgruppen treffen. Das isometrische Krafttraining ist sehr effektiv und für Patienten, die nach einem Unfall oder dem Einsatz eines Kunstgelenkes die Muskulatur stärken müssen, besonders geeignet.“
Dirk Borow arbeitet als Diplom-Sportlehrer in der Rehaklinik und beobachtet gerade bei älteren Patienten eine hohe Motivation, körperlich aktiv zu sein: „Während der meist dreiwöchigen Rehabilitation erwacht auch der Wunsch, die neue Beweglichkeit und die persönliche Fitness auszubauen. Für viele Patienten war der Schmerz ein treuer Begleiter. Jetzt, mit dem neuen Kunstgelenk wird die Schmerzfreiheit als Segen erlebt.“ Und es gibt eine Vielzahl von Trainingsmöglichkeiten: Aqua-Gymnastik, Indoor-Cycling auf Rädern mit extra bequemen Sattel, Übungen auf dem Kleintrampolin („Rebounding“) und Gerätetraining stehen bei der „Generation 60+“ hoch im Kurs. „Gerade für untrainierte oder übergewichtige Menschen sind die Trainingsangebote individuell zugeschnitten“, sagt Dirk Borow. Am 22. September zeigen wir eindrucksvoll, dass es keinen Grund gibt, der Bewegung aus dem Weg zu gehen“, verspricht Dirk Borow.
Ich schaff’ das!
Wenn Patric Rademacher an die Zeit nach der Operation denkt, dann bestimmen starke Schmerzen und der Rollstuhl seine Erinnerungen. „Beides bin ich nun los. Seitdem ich in der Reha bin, geht es aufwärts“, sagt der 25-Jährige Gelsenkirchener. Im Dezember 2011 verunglückte er auf der Heimfahrt nach Feierabend. Der PKW, in dem der junge Mann saß, prallte mit einem Bulli zusammen. Patric Rademacher erlitt einen Beckenbruch. Schrauben halten nun das Becken an den Bruchstellen. Der Knochen wächst langsam wieder zusammen. „Die Prognosen sind gut und die Rehabilitation verläuft nach Plan“, sagt Ludger Kordes, Oberarzt in der Rehaklinik am Berger See. Eine Aussage, die Patrick Rademacher zusätzlich motiviert, die intensiven Therapien weiterhin so diszipliniert zu absolvieren. Kraft- und Muskelaufbau sind das Therapieziel der fünfwöchigen Rehabilitation. Täglich setzt der Rehapatient ein anspruchsvolles Programm um: Das sind fünfeinhalb Stunden Physio- und Ergotherapie sowie medizinische Trainingstherapie an Geräten. Seine Therapeutin Katrin Vogel ist sehr zufrieden: „Die Kräftigungsübungen sind sehr effektiv und zeigen Wirkung. Noch kommen die Gehhilfen zum Einsatz. Die Heilung braucht Zeit. Schon bald wird eine Vollbelastung möglich sein.“
Seit Mitte 2009 gehört die Rehaklinik am Berger See zu den Partnerkliniken der Berufsgenossenschaften. Hier werden unfallchirurgische und orthopädische Verletzungen infolge von Berufs- oder Wegeunfällen in Anschluss an die Akutversorgung therapiert – so genannte „BGSW“-Maßnahmen. Oberarzt Kordes: „Der Unfall von Herrn Rademacher ist ein klassischer Wegeunfall, also ein Fall für die Berufsgenossenschaft.“ Die enge Abstimmung der Behandlung mit den Reha-Managern der Berufsgenossenschaft erleben Ärzte und Therapeuten als zielführend. Kordes: „Die Entwicklung jedes Patienten wird detailliert besprochen, um für den Betroffenen einen optimalen Therapieverlauf zu ermöglichen.“
Patric Rademacher ist sich sicher: „Ich schaff’ das, denn ich will bald mit meinem zweijährigen Sohn Fußball spielen und mit dem Joggen will ich auch starten.“
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