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Tipps für pflegende Angehörige 2014

Januar

Pflegestützpunkte/Pflegeberatungsstellen
Ein Pflegestützpunkt ist eine spezielle Anlaufstelle für Pflegebedürftige, deren Angehörige und Interessierte. Diese wurden seit Anfang 2010 in Nordrhein - Westfalen eingerichtet. Laut dem Landespflegegesetz müssen die 54 Kreise und kreisfreie Städte unabhängige Pflegeberatungsstellen vorhalten. In dem Pflegestützpunkt arbeiten Mitarbeiter der Städte. Diese stehen Ihnen für Fragen, Auskünfte und Beratungen für sämtliche pflegerischen Belange zur Verfügung. Sie verfügen über alle regionalen Versorgungs-, Unterstützungs- und Betreuungsangebote. Hier können Sie sich  neutral beraten lassen.

Fieber
Die Normaltemperatur unseres Körpers beträgt 36,3°C bis 37,4°C. Wenn der Körper Fieber entwickelt, beträgt die Körperkerntemperatur über 38°C im Temperaturzentrum im Zwischenhirn. Dieses kann durch Bakterien, Toxine, Viren oder Pilze verursacht werden. Fieber ist ein Teil der Abwehrreaktion des Organismus und bei Entzündungen durchaus sinnvoll. Denn die Abwehrreaktionen werden bei erhöhter Temperatur schneller in Gang gesetzt und so können sich manche Erreger nicht mehr so schnell vermehren.
Beurteilung der Fieberhöhe:

  • 36,3°C - 37,4°C   Normaltemperatur
  • 37,5°C - 38,0°C   Subfebrile Temperatur
  • 38,1°C - 38,5°C   Leichtes Fieber
  • 38,6°C - 39,0°C   Mäßiges Fieber
  • 39,1°C - 39,9°C   Hohes Fieber
  • 40,0°C - 42,0°C   Sehr hohes Fieber

Wenn die Körpertemperatur auf 42°C steigt, beginnt die Eiweißgerinnung im menschlichen Körper. Dieses ist mit dem Leben unvereinbar.
Es gibt verschiedene Fieberzeichen:

  • Abgeschlagenheit
  • Gliederschmerzen
  • Krankheitsgefühl
  • Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen und hellem Licht
  • Gerötete Haut
  • Glasige Augen
  • Fieberträume/Fieberdelir

Um den Körper zu entlasten, müssen die Flüssigkeitsverluste ersetzt werden und dem Betroffenen Getränke angeboten werden. Zusätzlich sollte leicht verdauliche und vitaminreiche Kost gereicht werde, z.B. Obst.
Regelmäßige Temperaturkontrollen durchführen und bei Bedarf fiebersenkende Maßnahmen einleiten:

  • Medikamentöse Fiebersenkung
  • Wadenwickel

Wadenwickel werden bei einer Temperatur ab 39°C angelegt. Dazu werden die Waden freigelegt, ein Handtuch mit kühlem Wasser angefeuchtet und ausgewrungen und dieses anschließend faltenfrei und locker um die Waden wickeln. Waden wieder zudecken und die Wickel nach ca. 10 - 15 Minuten wechseln. Vorsicht: Die Wickel dürfen nicht mehr als 3 - 4 mal gewechselt werden, da es sonst durch den starken Wärmeverlust zu Kreislaufproblemen kommen kann. Die Wickel dürfen nicht zu kalt sein. Höchstens 1°C unter der aktuellen Körpertemperatur. Der Betroffenen sollte anschließend Socken angezogen bekommen. 
Wenn das Fieber nicht sinkt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. 

Februar

Die Tafel
Die Tafel sammelt qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden. Diese werden dann an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag verteilt. Zurzeit gibt es in Deutschland 900 Tafeln. Die Organisationen sind gemeinnützig, befinden sich in Trägerschaft von Wohlfahrtsverbänden und unterstützen regelmäßig über 1,5 Millionen bedürftige Personen mit Lebensmitteln.
Bedürftige Personen sind Betroffene, die im Monat über sehr wenig Geld verfügen. Dieses kann durch eine kleine Rente, durch Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe oder Grundsicherung verursacht werden.
Diese Bedürftigkeit der Tafel - Kunden lassen sich die ehrenamtlichem Mitarbeiter der Tafeln durch die Vorlage offizieller Dokumente, z.B. Hartz-4-Bescheide etc. nachweisen. Die Tafel finanziert sich grundsätzlich durch Geld- und Lebensmittelspenden. Bei der Tafel gilt das Motto „Jeder gibt, was er kann“. Bundesweit unterstützen tausende von Unternehmen die Tafeln. Privatpersonen können verpackte Lebensmittel und/oder Geld spenden oder ihre ehrenamtliche Hilfe anbieten.
Seit einiger Zeit gibt es auch Tiertafeln, die Haustiere von bedürftigen Menschen mit Futter, Handtüchern, Halsbändern etc. unterstützen.

Erste Hilfe bei Krampfanfällen
Zeichen eines Krampfanfalls:

  • Plötzliches Hinfallen
  • Zuckende Bewegungen oder Verkrampfungen
  • Bewusstlosigkeit
Das Ziel der Erstmaßnahme ist die Vermeidung von Verletzungen während des Krampfes. Dazu ist es wichtig, sämtliche Gegenstände wie Stühle, Messer etc. aus der Nähe des Betroffenen zu entfernen, damit er sich daran nicht noch zusätzlich verletzt. Die Arme und Beine dürfen während eines Anfalls nicht festgehalten werden, da ansonsten eine hohe Frakturgefahr besteht. Damit sich der Krampfende nicht in die Zunge beißt, kann man ihm eine zusammengerolltes Taschentuch zwischen die obere und untere Zahnreihe schieben (keinen Keil benutzen). Da es auch zu schweren Atemstörungen kommen könnte, sollte immer ein Notarzt hinzugerufen werden, der bei Bedarf den Betroffenen intubiert.

März

Tagespflege
Wenn eine häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann, haben Pflegebedürftige Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen mit Tagespflege.
Pflegebedürftige sind Menschen, die pflegerische Unterstützung und Hilfe benötigen. Die Tagespflege soll diesen Betroffenen helfen, ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu erhalten oder wiederherzustellen. Eine Tagespflege entlastet auch pflegende Angehörige. Wenn diese einer Entlastung bedürfen oder während der berufsbedingten Abwesenheit die Betreuung oder Versorgung des Betroffenen nicht sicherstellen können, ist die Tagespflege der richtige Anlaufpunkt. Auch für Menschen denen aufgrund ihrer Erkrankung eine Vereinsamung droht, ist die Tagespflege eine wichtige Einrichtung.
Je nach Höhe der Pflegestufe werden folgende Aufwendungen für Pflegebedürftige von der Pflegekasse übernommen:
Pflegestufe 1      -bis zu   450 Euro monatlich
Pflegestufe 2      -bis zu 1100 Euro monatlich
Pflegestufe 3      - bis zu 1550 Euro monatlich
Auch die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung in die Tagespflegeeinrichtung ist in den Leistungen mit inbegriffen.  
Sämtliche Adressen zu Einrichtung, die eine Tagespflege anbieten, finden Sie in dem jeweiligen Seniorenratgeber Ihrer Stadt. Diesen können Sie kostenlos in der Stadtverwaltung erhalten.

Obstipation (Verstopfung)
Eine Obstipation ist eine erschwerte, verzögerte Darmentleerung. Diese ist oftmals mit hartem Stuhl und schmerzhafter Stuhlentleerung verbunden. Sie ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom.
Bei vielen Menschen reagiert die Verdauung sehr empfindlich. Wenn sich z.B. der normale Tagesablauf oder die Ernährung (Urlaub) verändert, kann dieses zu einer Obstipation führen.
Bei einer Erkrankung oder einem Krankenhausaufenthalt können folgende Gründe zu einer Verstopfung führen:
- Ernährungsumstellung
- Ungewohnte Essenszeiten
- Bewegungsmangel
- Zurückhaltung, wenn man bei der Ausscheidung auf Hilfe angewiesen ist
Es kann sehr gefährlich werden, auf eine Obstipation nicht zu reagieren. Diese kann zu einem Darmverschluss (Ileus) führen, welcher im schlimmsten Fall operiert werden muss oder sogar zum Tod führen kann.
Zur Vorbeugung können verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:                     
  - ausreichende Bewegung
  - mindestens 2 Liter pro Tag an Flüssigkeit zu sich nehmen
  - Ballaststoffreiche Kost essen
  - Stopfende Nahrungsmittel wie z.B. Schokolade, Bananen, Weißbrot etc. vermeiden
  - Vollkornprodukte, Sauerkraut, Dörrobst etc. regen die Verdauung an
  - Darmtraining durchführen -> Tagesrhythmus beibehalten und versuchen zu
    gleichen Zeiten auf die Toilette zu gehen 
  - Bauchdecke in Richtung des Darmverlaufes massieren
Bei regelmäßigen Obstipationen sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen und diese Problematik abklären lassen.

April

Haushaltshilfen
Haushaltshilfen werden von den einzelnen Krankenkassen nur dann mitfinanziert, wenn bei den Betroffenen Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren im Haushalt leben oder eine Risikoschwangerschaft besteht. Ein Eigenanteil ist von dem Betroffenen je nach Krankenkasse immer zu leisten. In einigen wenigen Ausnahmefällen übernimmt auch dann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Es kann jederzeit ein Antrag auf eine Haushaltshilfe gestellt werden. Sie können sich einen Antrag von der Krankenkasse zuschicken lassen oder ein freies Schreiben aufsetzen. Die zuständige Krankenkasse prüft dann, ob sie die anteiligen Kosten in diesem Ausnahmefall ebenfalls übernimmt. Viele Betroffene bezahlen von ihrem Pflegegeld die Kosten für eine private Haushaltshilfe.

Schlafstörungen
Schlafstörungen treten häufig vor Operationen, Prüfungen, nach Interkontinentalflügen, bei starken Schmerzen oder quälenden Sorgen auf. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Schlafstörungen:

  1. Akute Schlafstörungen  dauern bis zu drei Wochen an und haben meistens eine erkennbare Ursache, z.B. bevorstehende OP
  2. Chronische Schlafstörungen  dauern länger als 3 Wochen und eine Ursache ist meistens nicht sofort erkennbar

Viele unterschiedliche Ursachen können Schlafstörungen auslösen:
- Zu kalte oder warme Zimmertemperatur
- Störendes Licht oder Lärm
- Schmerzen
- Atemaussetzer
- Bewegungsmangel
- Erkrankungen wie Demenz, Herzerkrankungen, Morbus Parkinson, Restless legs Syndrom
- Ängste
- Alkoholkrankheit, Depressionen
- Erlebte oder bevorstehende Ereignisse
- Unterschiedliche Medikamente
- Kaffee, Tee, koffeinhaltige Getränke
- üppige Mahlzeiten
Durch Schlafstörungen wird die Gesamtschlafzeit verkürzt und dadurch fühlen sich die Betroffenen oftmals sehr müde und schlapp.
Es gibt unterschiedliche Formen von Schlafstörungen:

  1. Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, frühzeitiges Erwachen etc.
  2. Erhöhte Schlafneigungen
  3. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  4. Schlafwandel, Alpträume, Bettnässen

Um das Schlafverhalten zu fördern, gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten:
- Warme Vollbäder (ca.38 Grad) mit Zusätzen wie Lavendel, Kamille, Melisse
- Beine und Beine ca. 10 - 30 Sekunden kalt abwaschen
- Wechselfußbad
- Warmen Tee wie Melisse, Lavendel
- Schlafmittel sollten immer die letzte Wahl sein, da die Gefahr der Gewöhnung besteht
Bei längeren Beschwerden sollte auf jeden Fall der Hausarzt aufgesucht werden.

Mai

Allgemeiner Städtischer Sozialdienst
Die Stadt Gelsenkirchen bietet im Referat Bildung und Erziehung eine Abteilung mit dem Namen „ASD = Allgemeiner Städtischer Sozialdienst“ an. Im ASD werden unter anderem auch Aufgaben der Seniorenhilfe wahrgenommen. Dieser Aufgabenbereich umfasst eine individuelle Einzelhilfe für Senioren, die sich zurzeit in einer krisenhaften Lebenssituation befinden. Der ASD erbringt seine Leistungen im Innen- und Außendienst und kann somit sehr wohn- und sozialraumorientiert arbeiten. Jeder einzelne Bezirk in Gelsenkirchen wird von einer Sozialarbeiterin bzw. Sozialpädagogin betreut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD stehen Ihnen für weitere Auskünfte montags, mittwochs und freitags zur Verfügung. Die Öffnungszeiten finden Sie im aktuellen Seniorenratgeber der Stadt Gelsenkirchen.

Alkoholvergiftung
Alkoholvergiftungen sind sehr häufig und führen oft zum Tode, wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden. Ein Mensch, der eine Alkoholvergiftung aufweist, ist an folgenden Zeichen zu erkennen:
- eine hypnoseähnliche Bewußtseinseintrübung
- Störung der motorischen Koordination
- Verschlechterung der Konzentrationsfähigkeit
- Verlangsamtes Reaktionsvermögen
- Gedächtnisverlust für die zurückliegenden Stunden
- Starker Alkoholgeruch
- Erbrechen
- Erhöhter Harnfluss
Bei bewusstlosen Menschen muss dringend darauf geachtet werden, dass sie beim Erbrechen auf der Seite liegen, damit sie an ihrem Erbrochenem nicht ersticken können. Da eine starke Alkoholvergiftung auch zu einem Koma führen kann, sollte in besonders schlimmen Fällen sofort ein Arzt gerufen werden. 

Juni

Sozialpsychiatrischer Dienst
Der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt Gelsenkirchen ist eine Abteilung des Referates Gesundheit mit Sitz in Gelsenkirchen-Süd und Gelsenkirchen-Nord. Das Team besteht aus vielen unterschiedlichen Berufsfeldern: Medizin, Sozialwissenschaft, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Krankenpflege und Verwaltung. Das Angebot des Sozialpsychiatrischen Dienstes richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, Drogenproblemen und geistigen Behinderungen.
Der Dienst bietet folgende Hilfen an:

  • Hilfen in akuten Krisen
  • Beratung und Informationen zum Umgang mit den einzelnen Erkrankungen und Krankheitsbildern
  • Vor- und nachsorgende Beratung bei Krankenhausbehandlung
  • ärztliche Sprechstunden
  • Hausbesuche
  • Vermittlung weiterer Hilfsangebote

Die zuständigen Ansprechpartner teilt Ihnen auf Anfrage die Stadt Gelsenkirchen mit.

Teerstuhl
Teerstuhl wird auch in der Fachsprache Meläna genannt. Es ist durch Hämoglobin-abbauprodukte schwarz gefärbter, glänzender Stuhl mit klebriger Konsistenz. Der Teerstuhl kann ein Leitsymptom der Magenblutung, verursacht durch ein Geschwür oder eine sehr schwere Entzündung, sein. Aber auch Krampfadern in der Speiseröhre oder starkes Erbrechen mit Längsrissen in der Speiseröhre können Ursachen für Teerstuhl sein. Zu beachten ist aber, dass nicht jeder dunkel oder schwarz gefärbte Stuhl durch eine Blutung bedingt ist. Es gibt auch verschiedene Lebensmittel oder auch Eisentabletten, die den Stuhl schwarz färben können. Zur Ursachenklärung sollte aber immer ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann durch unterschiedliche Untersuchungen, wie z.B. einer Darmspiegelung oder Stuhlprobentest auf verstecktes Blut herausfinden, ob eine weitere Abklärung durchgeführt werden muss.

August

Ambulante Pflegedienste
Ambulante Pflegedienste führen eine Versorgung in der gewohnten häuslichen Umgebung durch. Das kann die grundpflegerische Versorgung sein mit dem alltäglichen Baden, Duschen, dem Ankleiden, Verbandswechsel, Insulin- oder  Medikamentengabe, der hauswirtschaftlichen Versorgung etc. Die Leistungen, die der ambulante Pflegedienst erbringt, sind kostenpflichtig. Bei einer vorhandenen Pflegestufe werden die anfallenden Kosten vom Pflegedienst über die Pflegekasse abgerechnet, ggf. ist ein Eigenanteil zu leisten. 
Zwischen den einzelnen Kostenfaktoren müssen folgende Unterschiede gemacht werden. Die grundpflegerische Versorgung wird über die Pflegekasse abgerechnet und dafür muss eine Pflegestufe vorhanden sein. Werden die Leistungen ohne Pflegestufe in Anspruch genommen, so sind diese selbst zu bezahlen. Leistungen wie ein Verbandswechsel, Insulin- oder Medikamentengabe, das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ab Klasse 2 sind eine Behandlungspflege. Diese Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Für diese Leistungen ist keine Pflegestufe nötig.
Die jeweilige Höhe des Entgeltes richtet sich nach dem Umfang der in Anspruch genommenen Hilfeleistung und nach den Preisen des jeweiligen Anbieters.
Bei Vorliegen der sozialhilferechtlichen Voraussetzungen können die anfallenden Kosten auch vom Referat Soziales übernommen werden.

Juckreiz
Ein Juckreiz, auch Pruritus genannt, ist ein häufiges und oft einziges Symptom vieler Haut- und Allgemeinerkrankungen. Er kann als unerträglich quälend empfunden werden. Hauterkrankungen, die sich durch Juckreiz erkenntlich machen, sind z.B. Neurodermitis, Diabetes mellitus oder unterschiedliche Pilzinfektionen. Der Juckreiz tritt häufig am ganzen Körper auf und nicht lokal. Oftmals treten dabei Hautrötungen, Verletzungen, Krusten oder Entzündungen auf, die durch das Kratzen verursacht werden. Wenn die Haut austrocknet, kann es ebenfalls zu einem Juckreiz kommen. Dieses kann durch eine übertriebene Hautpflege erfolgen, z.B. tägliches mehrmaliges duschen etc. Ständig auftretender Juckreiz sollte auf jeden Fall durch einen Arzt abgeklärt werden. Dieser kann dann die richtige Therapie in Form von Salben, Tabletten etc. verordnen.
Auf Wärme sollte auf jeden Fall verzichtet werden, da diese den Juckreiz noch fördert. Harte Kleidungsstücke und ungeeignete Seifen/Waschmittel sollten ebenfalls vermieden werden.

September

Palliativnetz Gelsenkirchen
Das Palliativnetz Gelsenkirchen begleitet schwerstkranke, sterbende Menschen und deren Angehörige. Ihr Ziel ist es, in der letzten Lebensphase die größtmögliche Lebensqualität für den Betroffenen zu erhalten und ein kontinuierlicher Ansprechpartner für sämtliche Fragen und Angelegenheiten zu sein. Es besteht eine Vernetzung zwischen den bestehenden Einrichtungen und den behandelnden Haus- und Fachärzten, damit eine flächendeckende palliative Betreuung in Gelsenkirchen sichergestellt werden kann. Alle Beteiligten bringen sich mit ihren jeweiligen Kompetenzen ein und stehen in einem regelmäßigem Austausch miteinander.
Aus welchen unterschiedlichen Einrichtungen sich das Palliativnetz Gelsenkirchen zusammensetzt, können Sie im aktuellen Seniorenratgeber der Stadt Gelsenkirchen nachlesen. Diesen können Sie sich jederzeit kostenlos über die Stadtverwaltung der Stadt Gelsenkirchen bestellen.

Durchfall (=Diarrhoe)
Wenn ein Mensch mehr als drei ungeformte, dünnflüssige Stühle pro Tag absetzt, handelt es sich um  Durchfall. Es gibt die Unterscheidung zwischen akutem und chronischen Durchfall. Häufige Ursachen für akute Diarrhoen sind Magen-Darm-Infektionen, Lebensmittelvergiftungen oder psychische Einflüsse wie z.B. Angst, etc.
Begleitsymptome der Diarrhoe können krampfartige Bauchschmerzen, körperliche Schwäche, Appetitlosigkeit, hoher Wasserverlust und ein Elektrolytverlust sein. 
Bei längerdauerndem und blutigem Stuhl sollte immer unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden und wenn möglich, eine Stuhlprobe mitgebracht werden. 
Der Arzt führt dann eine körperliche Untersuchung durch und ordnet, falls nötig, weitere Untersuchungen an. Je nach Ergebnis entscheidet dann der behandelnde Arzt über die notwendige Therapie.
Da viele Menschen bei starkem Durchfall die Stuhlabgänge oftmals nicht mehr bis zum Toilettengang halten können, ist es empfehlenswert zum Schutz eine Vorlage oder eine Inkontinenzschutzhose zu verwenden. Diese erhalten Sie in jedem Drogeriemarkt oder Sanitätshaus.

Oktober

Pflegekurse für pflegende Angehörige
Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, dann verändert sich sein Leben, aber auch das der nächsten Angehörigen. Die Mehrzahl der pflegebedürftigen Menschen bleibt in der Familie integriert und wird zu Hause gepflegt. Der Ehepartner, die Kinder, Freunde und Bekannte unterstützen, helfen, pflegen. Das ist nicht immer einfach. Pflege muss gelernt sein. Häusliche Pflege ist für die Betroffenen selbst, aber auch für den Pflegenden eine neue Situation, die gemeistert werden will. In dieser Situation lässt das Bergmannsheil Buer Sie nicht alleine. Wir bieten auf Anfrage Pflegekurse für pflegende Angehörige und Interessierte an. In unseren Kursen erlernen Sie grundlegende Pflegetechniken und Hilfen zur Alltagserleichterung, damit Sie zu Hause bei der Pflege Ihres Angehörigen ein gutes und sicheres Gefühl haben. Wir leiten Sie individuell an und berücksichtigen dabei die Bedürfnisse Ihres zu pflegenden Angehörigen. Kursinhalte:
- Mobilisation und Bewegung
- Umgang mit Inkontinenz
- grundpflegerische Versorgung
- Lagerungstechniken bei Bettlägerigkeit
- Essen und Trinken
Praktische Hilfestellung und Pflegetipps für den Pflegealltag machen Sie kompetent. Die Kurse finden in kleinen Gruppen statt, sind kostenlos und dauern 12 Unterrichtsstunden. Am Ende des Kurses erhalten Sie ein Zertifikat über die Teilnahme. Eine Pflegestufe ist keine Voraussetzung für die Teilnahme. Bei den Kursinhalten berücksichtigen wir Ihre speziellen Wünsche und Bedürfnisse. Erfahrene, examinierte Fachkräfte leiten die Kurse und bleiben auch danach Ihre Ansprechpartner für weitere Fragen. Wir bieten die Kurse auch in türkischer Sprache an. Bei Rückfragen und Anmeldungen können Sie sich jederzeit an Frau Räuber, Tel. 0209/59027449 wenden.

Übergewicht
Bei einem Übergewicht von über 20% über dem Normalgewicht nimmt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall stark zu. Aber auch der Bewegungsapparat wird deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Durch das Übergewicht kann ein erhöhtes Arthroserisiko entstehen. Die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen nehmen deutlich ab. Übergewicht soll langfristig und langsam reduziert werden. Kurzfristige und radikale Abnehmversuche schaden dagegen mehr als sie nutzen. Wer zum Übergewicht neigt, wird diese Veranlagung sein ganzes Leben lang beibehalten. Das bedeutet also, dass jeden Tag bei der Nahrungsmittelauswahl und der Essensaufnahme aufgepasst werden muss, egal auf welchem Gewichtsniveau man sich befindet. Ihr Hausarzt berät Sie gerne bei Fragen zu einer ausgewogenen und gesunden Diät. Zusätzlich können Sie gerne jederzeit die Beratung vom Ernährungszentrum Berger See im Bergmannsheil Buer in Anspruch nehmen.

November

Pflegetraining
Schon bei uns im Bergmannsheil Buer startet das Hilfsangebot für Menschen, deren Angehörige pflegebedürftig geworden sind. Nutzen Sie ein erstes Pflegetraining. Sie erhalten ein individuelles Pflegetraining direkt am Krankenhausbett Ihres Angehörigen. Eine examinierte Fachkraft steht Ihnen zur Seite. So können Sie von Anfang an unter kompetenter Anleitung alle notwendigen Pflegehandlungen erlernen, mögliche Pflegefehler vermeiden und sich in einer ruhigen Atmosphäre an die neue Situation gewöhnen. Sie, aber auch die Pflegebedürftigen, bekommen in dieser besonderen Situation Sicherheit im Umgang miteinander. Die Pflegetrainings können beliebig hier im Krankenhaus wiederholt werden und sind stets kostenlos. Bei Rückfragen oder Anmeldungen können Sie sich jederzeit an Frau Räuber, Tel. 0209/59027449 wenden.

Schlafapnoe-Syndrom
Bei einem Schlafapnoe-Syndrom werden Atemstillstände während des Schlafs verursacht. Gekennzeichnet wird das Syndrom durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit, einem Sekundenschlaf sowie weiterer Symptome und Folgekrankheiten. Durch die Atemstillstände wird die Sauerstoffversorgung verringert und der Betroffene erlebt mehrere Aufwachreaktionen. Da diese Aufwachreaktionen nicht immer zum Aufwachen führen, sondern lediglich zu erhöhten Körperfunktionen, nimmt der Betroffene diese oftmals gar nicht wahr. Die Folge davon ist ein nicht erholsamer Schlaf. Es gibt viele verschiedene Formen des Schlafapnoe-Syndroms.
Die häufigsten Risikofaktoren sind Übergewicht, Behinderungen der Nasenatmung durch Polypen, vergrößerte Rachenmandeln, Alkoholkonsum, Schlafmittel, angeborene Fehlbildungen und Fehlstellungen des Unterkiefers etc.
Es können folgende Symptome auftreten: Durchschlafstörungen, Atemaussetzer von Sekunden bis Minuten, Schwindel, Tagesmüdigkeit, nächtliches Schwitzen, Sekundenschlafattacken, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, unruhiger Schlaf etc.
Folgen eines nicht behandelten oder erkannten Schlafapnoe-Syndroms können Gesundheitsstörungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfälle sein. Selbst ein plötzlicher Herztod kann durch ein unbehandeltes Syndrom hervorgerufen werden.    
Das Syndrom kann in einem Schlaflabor festgestellt werden. Zuvor muss Kontakt mit dem zuständigen Hausarzt oder Pulmologen aufgenommen werden. Dieser schreibt dann nach einer ausführlichen Voruntersuchung die Einweisung in ein Krankenhaus. Viele Krankenhäuser haben mittlerweile ein eigenes Schlaflabor. Dort wird der Betroffene in der Nacht mit einem Monitor verkabelt, der sämtliche Aufzeichnungen von Atemstörungen erfasst und anschließend durch einen Arzt ausgewertet werden.
Anhand der Aufzeichnungen kann dann die richtige Therapie gewählt werden.

Dezember

Wohnraumvermittlung
Seniorengerechte Wohnungen sind für ältere Menschen von großer Bedeutung. Sie können dadurch oftmals noch selbständig leben und einem dauerhaften Aufenthalt in einem Seniorenheim entgehen. Der Umzug in eine barrierefreie Wohnung bringt immer eine sehr große Erleichterung. Für viele dieser Wohnungen besitzt die Stadtverwaltung Gelsenkirchen ein Belegungsrecht.
Für Wohnungen, die durch öffentliche Mittel gefördert werden, beträgt die Wohnungsgröße in der Regel für Alleinstehende ca. 40-49 qm und für 2 Personen ungefähr 50-60 qm. Die Badezimmer besitzen alle entweder eine Dusche mit rutschfesten Boden oder eine Badewanne mit entsprechenden Ein- und  Ausstiegshilfen. Die Fenstergriffe sind niedrig angebracht, so dass es beim Öffnen der Fenster keine Probleme gibt. Jede Wohnung verfügt über eine Heizung und einen Balkon.
Zum Bezug öffentlich geförderter Wohnungen sind Menschen berechtigt, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und deren Einkommen die maßgebliche Grenze nach den Vorschriften des Gesetzes zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land NRW nicht übersteigt. Bei einer nachgewiesenen Schwerbehinderung und/oder Pflegebedürftigkeit werden bei der Einkommensermittlung Freibeträge eingeräumt.
Bei öffentlich geförderten Wohnungen ist ein Bezug ohne Wohnberechtigungsschein nicht möglich.
Für eine Beratung und weitere Rückfragen steht Ihnen Frau Linke, Tel: 0209/169-3058, von der Stadtverwaltung Gelsenkirchen zur Verfügung.

Abführmittel (Laxantien)
Abführmittel sind Medikamente zur Beschleunigung des Nahrungstransports im Darm und der Darmentleerung. Notwendig sind diese nur in seltenen Fällen, z.B. nach einem Herzinfarkt, wenn der Betroffene nicht pressen darf oder vor einer Darmspiegelung zur Reinigung des Darms. Auf gar keinen Fall dürfen diese bei unklaren Bauchschmerzen oder einem Darmverschluss verwendet werden.
Die Quellmittel sind nicht resorbierbare Substanzen, die im Darm aufquellen, somit die Darmwand dehnen und reflektorische zu einer Anregung der Darmperistaltik führen. Die Quellmittel müssen immer mit ausreichender Flüssigkeit eingenommen werden. Mit Abführmitteln muss jeder Mensch äußerst vorsichtig umgehen. Sie können den Darm sehr schnell schädigen und einen Gewöhnungseffekt hervorrufen. Abführmittel sollten nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. 

KTQ-Zertifikat
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