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Auch Retter brauchen Hilfe

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Schulung der Feuerwehrmänner

Elf Feuerwehrmänner aus Gelsenkirchen und den umliegenden Kreisleitstellen besuchten das Druckkammerzentrum im Bergmannsheil Buer. Hier informierten sie sich über die Symptome bei Rauchgas- und Kohlenmonoxidvergiftungen und warum die unverzügliche Notfallbehandlung in der Druckkammer innerhalb von sechs Stunden nach dem Unfall zwingend ist, um Spätfolgen zu verhindern. Druckkammerarzt Christian Möllenbeck erklärte: „Die Entgiftung gelingt durch die Hyperbare Sauerstofftherapie. Dabei atmen die Patienten mit einer Maske hundertprozentigen, also medizinischen Sauerstoff ein, der über die Lunge ins Blut gelangt. Der Überdruck in der Druckkammer bewirkt eine deutliche Zunahme des im Blut gelösten Sauerstoffs und verdrängt dadurch das schädliche Kohlenmonoxid.“

Die Feuerwehr Gelsenkirchen rückt immer wieder bei Kohlenmonoxid-Ausströmungen aus, zuletzt auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau in Gelsenkirchen-Horst. Aber auch Shisha-Bars sind verstärkt Einsatzorte der Feuerwehrmänner. Zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen kann es auch in privaten Haushalten etwa durch eine defekte Gastherme, die falsche Bedienung von Kaminöfen oder das Grillen in geschlossenen Räumen kommen. „Mit den beiden Druckkammer am Bergmannsheil Buer haben wir in Gelsenkirchen kurze Transportwege“, sagt Carsten Jost, Sprecher der Feuerwehr Gelsenkirchen.

Kohlenstoffmonoxid ist farblos, geruchlos, geschmacklos und hochgiftig. Es kann vom Menschen nicht wahrgenommen werden. Im Körper blockiert es den Sauerstofftransport über die roten Blutkörperchen und führt damit quasi zu einem inneren Ersticken. Der Vergiftete verspürt dabei jedoch keine Atemnot.

Zu den Erstsymptomen einer Rauchgasvergiftung gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Sehstörungen, Müdigkeit und Verwirrtheit. Ohne Behandlung in der Druckkammer können neurologische Spätkomplikationen wie Lähmungen, Parkinson, Gedächtnisstörungen oder Verhaltensveränderungen entstehen.

Das Bergmannsheil Buer ist seit 2019 Standort des Zentrums der Hyperbare Sauerstofftherapie. Das Zentrum der Hyperbaren Sauerstofftherapie ist Teil der Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie. In zwei Druckkammern des Zentrums wird eine gesicherte 365/24 Bereitschaft vorgehalten.
Eine Kammer ist für intensiv- und beatmungspflichtige Patienten, in der zwei beatmete oder bis zu 12 sitzende Patienten zeitgleich behandelt werden können. In einer weiteren Druckkammer werden weitere 12 Behandlungsplätzen vorgehalten.

Das Bergmannsheil Buer ist als Überregionales Traumazentrum zertifiziert. Intensivpatienten werden ohne Umlagerung innerhalb des gleichen Gebäudes direkt in die Druckkammer zur Therapie gefahren – das ist ein großer Vorteil und in keinem anderen Druckkammerzentrum in NRW möglich.



Sabine Ziegler
Sabine Ziegler
Tel.: 0209 5902-435
Fax: 0209 5902-591
KTQ-Zertifikat Verband der Privaten Krankenversischerung e.V.
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