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Covid-19: Eine Lungenentzündung der besonderen Art

Anders als bei bakteriellen Lungenentzündungen – die dank wirksamer Medikamente seit vielen Jahrzehnten gut therapierbar sind – entsteht mit dem Coronavirus ein neues, in einigen Fällen sehr schweres Krankheitsbild. Lungenspezialist Dr. Ali-Ekber Firat, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Pneumologie, erklärt warum.


Was charakterisiert Covid-19?
Sars-CoV-2 ist ein Virus, das sich auf die Lunge spezialisiert hat. Bei dieser Lungenentzündung sind das Bindegewebe und die Lungenbläschen betroffen. An mehreren Orten ist die Lunge schwer entzündet. Das ist eine multifokale Problematik für die es derzeit keine Therapie gibt. Die Symptome sind Husten, Luftnot, Kurzatmigkeit, Fieber und Sauerstoffmangel. Manche Patienten berichten auch von Veränderungen im Geruchs- und Geschmackssinn. Die Sauerstoffaufnahme ist gestört. Das Röntgenbild zeigt die Veränderungen in der Lunge: Dann ist das Lungengewebe nicht mehr mit Luft, sondern mit Entzündungszellen und Sekreten gefüllt (ARDS).


Wie sind schwere Verläufe zu beschreiben?
Die Atemnot nimmt zu und die Vitalparameter verschlechtern sich. Das betrifft vor allem den Blutgasaustausch, die Sauerstoffsättigung und die Atemfrequenz. Schwere Fälle müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Die Lungenentzündung greift den gesamten Körper an. Es kann zum Kreislaufversagen und Nierenversagen kommen. Im schlimmsten Fall belasten bakterielle Infektionen das geschädigte Lungengewebe zusätzlich. Letztlich kann die Erkrankung zum Multiorganversagen führen. Unser Ziel ist, so lange wie möglich die eigene Atmung zu ermöglichen – wenn nötig mit Unterstützung durch Sauerstoffbrille oder High Flow-Therapie. Zeigt der Patient sehr schwere Krankheitssymptome, erfolgt erst die nicht-invasive Beatmung und dann die Intubation verbunden mit dem künstlichen Koma. Der richtige Zeitpunkt der einzelnen Maßnahme ist entscheidend. Bislang zeigen die Erfahrungen in unserer Klinik, dass nur wenige Covid-19-Patienten auf die Intensivstation verlegt werden musste.

Wie steht es mit den Patienten, die nicht derart schwer betroffen sind?
Die überwiegende Anzahl von Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Symptomatik konnte nach sieben bis zehn Tagen entlassen werden. Zu Hause bleiben sie bis zu 14 Tagen in Quarantäne und stehen im engen Kontakt zum Gesundheitsamt. Ihre Leistungsfähigkeit ist noch eingeschränkt und der Patient erlebt sich eher kurzatmig. Die Lunge braucht eine ganze Weile, um sich zu erholen.

Sabine Ziegler
Sabine Ziegler
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