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"Die Herzen leiden in Corona-Zeiten."

Der Chefkardiologe am Bergmannsheil Buer, Dr. Christoph Haurand, erinnert sich an die Wochen nach dem Lockdown im März und April mit gemischten Gefühlen: „Es war schon sehr auffällig, dass Patienten mit akutem Herzinfarkt deutlich später als üblich in die Notaufnahme kamen. Und es kamen die wirklich schweren Fälle. Das zeigten uns die Laborwerte und auch die Bilddiagnostik. Beim Herzinfarkt zählt aber jede Minute, ansonsten ist eine dauerhafte Schädigung der Gefäße die Folge.“ In der Verunsicherung der Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie und in ihrer Sorge vor einer möglichen Ansteckung mit dem Virus im Krankenhaus sieht der Mediziner die Gründe für das zögerliche Aufsuchen der Notfallambulanz. Die „Das-wird-schon-wieder“-Strategie sei der falsche Weg bei Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkten, sagt Herzspezialist Haurand, und verweist dabei auch auf die guten Behandlungsergebnisse im Herzkatheterlabor. Hier werden im Jahr gut 1.400 Patienten behandelt; gut ein Drittel sind geplante Eingriffe. Diese wurden während des Lockdowns auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Zu den akuten Symptomen eines Herzinfarkts zählen zum Beispiel plötzliche stechende, brennende oder drückende Schmerzen in der Brust, die in den linken oder rechten Arm, in den Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen. Viele Herzinfarktpatienten haben Luftnot, ihnen ist übel oder sie müssen sich erbrechen. Beim Herzinfarkt ist die schnelle medizinische Hilfe nötig.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat die Fallzahl-Rückgänge bei den Krankenhaus-Behandlungen aufgrund des Coronavirus-Lockdowns untersucht. Die Auswertung der Krankenhausfälle der 27 Millionen AOK-Versicherten zeigt, dass im März und April 2020 deutlich weniger Herzinfarkte behandelt wurden als im Vorjahr: minus 31 Prozent.
Sabine Ziegler
Sabine Ziegler
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