Im Schlaflabor wird ein Patient "verkabelt".

Schlaflabor erneut zertifiziert

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung

Das Schlaflabor im Bergmannsheil Buer erfüllt die hohen Standards der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und wurde von ihr erneut zertifiziert. „Neben der apparativen Ausstattung und der diagnostischen Auswertung, stand auch die Ausstattung der Einzelzimmer und die Qualifikation der Mitarbeiter im Fokus der Prüfer. Die strengen Richtlinien der Fachgesellschaft sind wichtige Qualitätskriterien für den Patienten“, sagt Dr. Ali-Ekber Firat, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Pneumologie am Bergmannsheil Buer.
 
Als „köstliche Erfindung“ hat Heinrich Heine den Schlaf bezeichnet. Doch in Deutschland leiden rund 15 Prozent der Erwachsenen an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung – sie wünschen sich einen erholsamen Schlaf, finden ihn aber nicht.
 
„Der Schlaf ist kein gleichförmiger Zustand, sondern ein sehr komplexer Prozess. Das Gehirn beeinflusst die verschiedenen Schlafstadien. Deshalb stehen die Hirnaktivität und die Körperfunktionen im Fokus der Beobachtung und Analyse“, so Schlafmediziner Firat. Im Schlaflabor wird der Patient in der Nacht kontinuierlich per Video überwacht, alle Informationen über Körperlage, Körper- und Augenbewegungen, Atmung, Herzfrequenz, Hirnströme und Sauerstoffsättigung ausgewertet. Die Messwerte ergeben ein genaues Schlafprofil, das die Basis aller Therapiemaßnahmen ist. Die aufwändige Untersuchung wird als Polysomnographie bezeichnet.
 
Die vier Einzelzimmer des Schlaflabors am Bergmannsheil Buer bieten allen Komfort, damit der Patient auch gut in den Schlaf kommt. Vor dem Einschlafen wird der Patient „verkabelt“. Dr. Firat: „Bei 80 Prozent der Patienten klappt das Einschlafen in dieser ungewohnten Situation ohne Probleme.“
 
Schlafapnoe
Nächtliche Atemaussetzer werden als Schlafapnoe bezeichnet. Dabei pausiert die Atmung vom Schlafenden unbemerkt und kurzzeitig. Schnarchlaute oder ein heftiger, seufzender Atemzug sind charakteristisch. „Diese Atemaussetzer in der Nacht bergen große Risiken. Sie erhöhen den Blutdruck und stören den Herzrhythmus. Es treten Sauerstoffabfälle auf. Auch die Durchblutung des Gehirns ist beeinträchtigt, was die Gefahr eines Schlaganfalls vergrößert. Bei Diabetikern mit einer schlafbezogenen Atemstörung finden sich höhere Blutzuckerwerte“, erklärt Dr. Firat.
 
Gewichtsverlust sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind erste Therapiemaßnahmen. Von einer Schlafmaske profitieren viele Patienten mit einer Schlafapnoe. Dr. Firat: „Nach der Diagnostik erfolgt – wenn erforderlich – auch eine Nacht im Schlaflabor, in der zum ersten Mal mit Maske geschlafen wird. Dann haben die Aussetzer und das Schnarchen ein Ende. Der Nachtschlaf dient endlich wieder der Erholung.“

Sabine Ziegler
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