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Der Plattfuß des Erwachsenen

Syn. Knick-Senkfuß, Plattfuß, Pes planus, Pes planovalgus et abductus, Pes valgus, en. Adult Flattfoot.

Es handelt sich um eine dreidimensionale Fehlstellung des Fußes mit den folgenden Komponente: die Aufhebung der Fußgewölbe (Plattfuß), das innenseitige Einknicken (Senkfuß) und die Abweichung des Vorfußes nach Außen (Abductus). Auch wenn der Plattfuss des Erwachsenen optisch dem des kindlichen Knick-Senkfuß ähnelt, unterscheiden sich die Ursachen und die Therapie wesentlich.

Warum entsteht der Plattfuß des Erwachsenen?
Die häufigste Ursache für die Pes planovalgus Deformität des Erwachsenen ist das Versagen der Tibialis posterior-Muskulatur. Der Muskulus tibialis posterior hebt die Innenseite des Mittelfußes in der Standphase und Verhindert das Einknicken nach innen. Er arbeitet zusammen mit dem Muskulus peroneus longus zum Erhalt der Fußgewölbe.

Durch Verschleiß kommt es zum Versagen des Muskel-Sehne-Komplexes und der Fuß knickt nach innen ein. Die Fußgewölbe verschwinden und dadurch kommt der Sprungbeinkopf in Konflikt mit dem Schuh - es bilden sich schmerzhafte Druckstellen. Zudem dreht sich das Fersenbein unter das Sprungbein, wandert nach außen und quetscht die Peronealsehnen am Außenknöchel.

Der Plattfuss des Erwachsenen ist eine erworbene Deformität. Viele platte Füße des Kindes korrigieren sich nicht vollständig bis zum erwachsenen Alter, aber bei gut funktionierender Muskulatur kommt es beim Laufen und Stehen nicht zu den typischen, oben genannten Symptomen. Diese Patienten müssen selbstverständlich auch nicht behandelt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es beim Plattfuß des Erwachsenen?
Im Rahmen der Fußsprechstunde wird die Restfunktion des Tibialis posterior Komplexes untersucht. Wenn diese noch erhalten ist, kommt eine konservative Therapie durch korrigierende Schuheinlagen und krankengymnastisches Training der Fußinvertoren in Frage. Die Schuheinlagen stützen den Mittelfuß am Sustentaculum tali ab und verhindern dadurch passiv das Einknicken des Mittelfußes. Die Schuheinlage unterstützt die geschwächte Tibialis posterior Muskulatur. Die Stelle, an der die Abstützung angebaut wird, muss richtig sein, sonst können die Schuheinlagen sogar größere Beschwerden bereiten.

Eine wichtige Aufgabe des Fußspezialisten ist, zu klären, ob bereits eine Verkürzung der Wadenmuskulatur entstanden ist. Dann sind spezifische Maßnahmen notwendig (z.B. Dehnübungen, Gipsredressionen oder operative Verlängerung).

Führen die genannten konservativen Maßnahmen zu keiner Verbesserung, ist eine Opreration sinnvoll. Die Fußfrom wird durch tarsale Osteotomien korrigiert und die Belastung der Tibialis posterior Muskulatur reduziert. Bei Bedarf wird die Wadenmuskulatur operativ verlängert.

Wenn die Fehlstellung seit längerer Zeit besteht, kommt es zu Schrumpfung der Gelenkkapseln, der Verkürzung von Sehnen und Bändern und manchmal zur Arthrose. In dieser Situation ist eine Korrektur durch Versteifung der Rückfußgelenke (tarsale Arthrodese) sinnvoll.

Dr. Manuel Nastai
Dr. Manuel Nastai
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Schwerpunkt Fußchirurgie
KTQ-Zertifikat Verband der Privaten Krankenversischerung e.V.
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